Make Homepage
Advertise
Partners
About Us

 

  Subscribe to the Newsletter
 
 
HOMEPAGE NEWS SECURITY COLUMNISTS OP-ED ARTICLES INTERVIEWS BOOK REVIEWS

Wednesday, 16 May 2012
Turkey Europe Middle East Caucasus Central Asia Russia Americas Asia Book Store World Economy Energy
Identiät und Terror in der Diaspora-Muslime in Westeuropa
Sedat LACINER

printable version
send your friend


- Übersetzt vom Englischen ins Deutsche von Sarah Rehberg -




Der wachsende Trend unter den jugen Angehörigen der Diaspora-Muslime hin zum Exremismus und dessen Rolle im Terrorismus haben in der Westlichen Welt große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Untersuchungen und Befragungen haben deutlich gezeigt, dass unter den jugendlichen Muslimen, verglichen zu denen ihrer Elterngeneration, durchaus mehr Zuspruch für Radikalismus und Terrorismus zu finden ist. Wir sollten akzeptieren, dass diese Entwicklung für den Westen schwer zu verstehen ist, da die junge Generation von Muslimen im Unterschied zu ihren Eltern heutzutage in verhältnismäßig wohlhabenderen und stabilisierteren Umgebungen aufwachsen. Sie sind vermögender und besser ausgebildet als es ihre Eltern waren. Die meisten von ihnen verfügen über die jeweilige Staatsbürgerschaft des Landes, in dem sie leben, und genießen somit auch mehr Rechte als ihre Eltern. An dieser Stelle stellt sich also die Frage, wenn es nicht ernsthafte finanzielle oder politische Probleme in diesen Ländern sind, die sie belasten, warum dann können Probleme anderer Staaten wie Palästina oder Irak, wo sie doch nie gelebt haben, so schädlichen Einfluss auf ihre persönliche Entwicklung nehmen und sie gar in die Richtung des Extremismus und Terrorismus führen? Warum hat der Streit in Palästina die Eltern nicht zu Extremisten oder sogar Terroristen werden lassen, jedoch bei ihren Töchtern und Söhnen auf genau diese Resonanz stoßen können? An dieser Stelle stoßen wir auf ihre Identitätsprobleme. Ohne die Unterschiede in den Identitäten der jungen sowie der älteren Diaspora-Muslime verstehen zu können, ist es unmöglich die Ursprünge des Extremismus unter den Muslimen im Westen zu begreifen.


 


Die Identität eines Einzelnen aber auch die einer Gesellschaft kann als Herkunft bzw. Wurzeln dessen bzw. dieser beschrieben werden. Was die Wurzeln für den Baum sind, ist die für den Menschen oder eine Gesellschaft dessen Herkunft. Wer Schwierigkeiten mit seinen kulturellen, religiösen, ethnischen oder familiären Wurzeln hat, dem wird es auch schwerfallen, seine damit verbundene Identität in einem gesunden Maße zu bewerten. Wenn eine Person oder eine ganze Gesellschaft ihre Herkunft (familiär, religiös, etc.) verlassen hat und diese dann in einer neuen Kultur mit wiederum neuen gesellschaftlichem, religiösem, wirtschaftlichem Verständnis anzusiedeln versucht, muss eine neue Identiät auf den neuen Wurzeln aufgebaut werden. In einer neuen Umwelt muss der Mensch immer auch eine neue kraftvolle Quelle für sein Seelenheil finden. Wenn wir unsere Quelle zurücklassen, muss eine neue her, die u.U. sogar kraftvoller sein muss. Das ist auch der Grund, warum Konvertiten häufig radikaler in ihren Auslegungen sind als andere. Denn Konvertiten müssen ihre einschneidende Entscheidung, sich einer neuen Religionsgemeinschaft angeschlossen zu haben, begründen und greifen dabei mit größter Mühe auf möglichst alle guten Dinge der neuen Religion und Kultur, die sie gewählt haben, zurück. Es ist so gut wie unmöglich, dem Leben Sinn zuteil kommen zu lassen, wenn diese sinngebenden Dinge in reiner Leere zu finden versucht werden. Je bedeutungsloser ein Leben gefüllt zu sein scheint, umso einfacher ist es dieses mit extremen Ansichten zu füllen. Das oft als bedeutungslos bewertete tägliche Leben und das Fehlen einer selbstbewussten, ausgeprägten Identität spielen eine große Rolle in der heutigen Radikalisierung von jungen Muslimen im Ausland. Obwohl die immigrierten Eltern oft bitterste Armut, politischer Notstände und sogar Kriege hinter sich ließen, hielten sie ihre enge Verbindung zum Herkunftsland dennoch aufrecht. Die ersten Immigranten waren nicht gut ausgebildet, waren sich aber durchaus bewusst, dass sie als Immigranten in ein fremdes Land kamen, dass sich vom Heimatland stark unterscheidete. Sie fühlten sich dem aufnehmenden Land gegenüber dankbar und waren bemüht, dem Staat und seinen Menschen in keiner Form zu schaden. Manche mochten sogar so weit gehen, dass sie das neue Gastland positiver als ihrem Heimatland gegenüberstanden, vergaßen jedoch nie, dass sie Algerier in Frankreich, Türken in Deutschland oder Marokkaner in den Niederlanden waren. Die meisten von ihnen sprachen die neue Soprache nicht. In Deutschland beispielsweise sprach eine beträchtliche Anzahl der Türken ausschließlich Türkisch und hatte auch mit den Deutschen um sie herum kaum Kontakt. Wie auch immer, diese Menschen hatten überraschenderweise mit dieser Tatsache wenig Probleme und waren glücklich, ihre türkische Kultur im Herzen Deutschlands weiterzuleben. Sie standen nicht im Konflikt mit der deutschen Kultur and stellten die deutsche Kutur auch nicht in Frage, ob sie gut oder schlecht sei. Jedoch begleite sie meist starkes Heimweh, wenn sie alleine kamen und vermissten ihre Familien. Selbst ihr oft gettoisiertes Leben bedeutete Schutz vor einem womöglichen Streit der Kulturen und machte es möglich, sich der neuen Kultur langsam anzunähern und diese nach geraumer Zeit Schritt für Schritt mehr anzunehmen. Die miteingeführte, starke türkische Kultur agierte als Schild vor der deutschen Kultur, das Verwirrung und ernste Probleme abzufangen schien. Es konnte auch der Fall sein, dass sie sich in ihrer türkischen bzw. muslimischen Identität verstärkten, wenn sie nach Deutschland kamen. Einige gingen fortan sehr regelmäßig in die Moschee, andere wurden mehr nationalistisch in ihrem Denken. Entgegengesetzt womoglicher Erwartungen neigten sie jedoch nie verstärkt zu Gewalt und solange die Umstände sie nicht dazu zwangen, blieben sie von dieser und Extremismus entfernt. Der ausschlaggebende Grund für diesen recht friedvollen Zustand war das Bewusstsein der älteren Immigranten, welche Rolle ihnen in der neuen Gesellschaft zuteil wurde, und dadurch waren sie nicht gezwungen, sich schneller zu verändern, als sie dazu in der Lage waren. Anders als ihre Kinder hatten sie die Wahl getroffen, in welchem Land sie leben wollten.


 


Ein weiterer Faktor, der bei dem Schutz perönlicher Identitäten und dem Bewahren vor Gewalt und Extremismus eine wichtige Rolle spielt, ist die Einflussnahme und Unterstützung des Heimatlandes in Hinsicht auf nationale Identität.


 


Wenn das Heimatland kontinuierlich in seinen kulturellen, ökonomischen und politischen Gegebenheiten durch das Gastland bloßgestellt wird und das Heimatland nicht in der Lage ist, sich demgegenüber zu verteidigen, dann entwickelen die einzelnen Immigranten aus ihrer an das Herkunftsland gebundenen Identität heraus einen Selbstschutz. Unter diesen Umständen bleiben ihnen oft zwei Möglichkeiten:  Sie erkennen die Überlegenheit des Gastlandes an und unterwerfen sich dieser auf ‘sklavenähnliche’ Weise oder sie opponieren gegen die kulturelle, politische oder ökonomische Übermacht aufs Heftigste. Dies muss natürlich noch längst nicht in Gewaltbereitschaft münden. In England zum Beispiel sind die meisten der Bangladesen, Pakistani und anderer Migranten ehemaliger Britischer Kolonialstaaten aus der ersten Generation stammend überaus passiv und friedlich eingestellte Menschen.


 


Zusammengefasst kann man sagen, wenn auch entgegen der allgemeinen Ansicht: Sollten Immigranten noch starke Verbindungen zu ihrem Heimatland aufrecht erhalten, heißt das noch lange nicht, dass sie im Gastland mehr Probleme haben. Es bedeutet, dass in Deutschland lebende Türken beispielsweise keine Bedrohung in sicherheitspolitischem Sinne für Deutschland darstellen, nur weil sie kein Deutsche sprechen oder nur geringfügig in die deutsche Gesellschaft integriert sind. Das Gegenteil ist sogar eher möglich, nämlich dass der türkische, kulturelle ‘Schutzwall’, der sie umgibt, sie eben davor bewahrt, zur Bedrohung zu werden oder einer Bedrohung ausgesetzt zu sein.


 


Der riesige Unterschied zwischen der Kriminalitätsrate Angehöriger der ersten Generation und Angehöriger der zweiten Generation beweist diese These. Die Kriminalitätsrate der in Deutschland lebenden Türken, die kein Deutsch sprechen, ist niedriger als die Rate unter den Türken, die neben dem Türkischen auch Deutsch sprechen. Darüber hinaus steigt die Rate unter denjenigen Türken der zweiten und dritten Generation noch mehr an, deren Tükisch bereits deutlich verschlechtert oder gar nicht mehr vorhanden ist. Natürlich soll hiermit nicht gesagt werden, dass Integration in die deutsche Gesellschaft ein Erhöhen der Kriminalitätsrate unter den Deutsch-Türken bedeutet. Das Problem besteht mehr in schnellen, gehetzten, unüberlegten und unvorbereiteten Integraionsbemühungen. Unglücklicherweise sehen die Gastländer die fremde Kultur der Herkunftsländer oft als ihren größten Feind im Bestreben um Integration der Neuankömmlinge an und versuchen, diese ddurch zu ersetzen, indem sie die alte Kultur in ihrer kulturellen, ethnischen und religiösen Substanz zu schwächen versuchen.


 


Ein Besipiel aus Deutschland, dort werden deutsche Sprachkurse als weitaus wichtiger angesehen als der Schutz der ursrünglichen Muttersprachen. Dies ist um genau zu sein der Fall in fast allen westeuropäischen Ländern. Die westlichen Staaten und deren zuständigen Behörden  sind sehr danach bestrebt, Immigranten Deutsch, Englisch oder Französisch beizubringen. Resultierend daraus gibt es vereinzelte Deutsch-Türken, deren Deutsch sogar besser als das mancher Deutschen ist, nichtsdestotrotz können sie ihre Herkunft nicht ändern und werden von daher immer Türken mit perfekten Deutschkenntnissen bleiben. Die neue Sprache mag zwar neue Möglichkeiten für den Kontakt mit der neuen Kultur eröffnen, doch kann diese ihnen nicht das bieten, ws die alte geben kann. Somit können sie zwar die Sprache des Landes lernen, ein Deutscher im Sinne deutscher Integrationsbestrebungen bzw. Assimilationsforderungen können sie nicht werden. Ein Türke kann nicht dadurch zu einem ‘guten Deutschen’ werden, indem er die alte Sprache vergisst und diese durch eine neue ersetzt. Es kann von ihm nicht erwartet werden, durch und durch Deutscher zu werden, aber es kann erwartet werden, dass er ein Deutsch-Türke wird, der sowohl die deutsche als auch die türkische Mentalität zu verstehen weiß. Wenn ein Türke nicht Teil seiner türkischen Kultur ist, kann er auch kein Teil einer anderen kulturellen Identität werden.


 


Einige konservative Politiker in Westeuropa sind absolute Verfechter der streng auferlegten Assimilation und fordern von allen Immigranten, Regeln und Kultur des betreffenden Gastlandes uneingeschrenkt anzunehmen, da sie nun einmal in diesem leben. Dieser Ansatz bedarf einer Diskussion, denn zum einen haben die Angehörigen der zweiten und dritten Generation sich das Leben in der Diaspora nicht selbst ausgesucht. Ihre Eltern kamen in diese Länder und bestimmten somit das Aufenthaltsland für ihre Kinder mit. Diese wurden im Ausland geboren und hatten fortan kein Heimatland, in das sie zurückkehren könnten. Zum anderen schwächen alle zwanghaft auferlegten Integrationsversuche bzw. Assimilationsmaßnahmen den wirklichen Integrationsprozess, da sie auf meist heftige Reaktionen stoßen. Am schlimmsten ist, dass diese zwanghaften Integrationsbemühungen die Immigranten in ihrer kulturellen Identität schwächen und sie in ihrer Verletztheit empfänglich für die Bestrebungen der Extremisten und Terroristen machen, die die Probleme der Immigranten mit ihren jeweiligen Gastländern auszunutzen wissen. Von daher muss eine feste aber auf Freiwilligkeit beruhende Beziehung zwischen den Parteien entstehen. Die Immigranten müssen aus freien Willem heraus an dem Gastland festhalten mögen ohne das Gefühl, es würde Druck auf ihre Kultur ausgeübt. Denn sonst werden sie die Spuren ihrer Kultur Schritt für Schritt verlieren, gnaz verschwinden werden sie jedoch nie.


 


Der Weg der Integration von muslimischen Immigranten der heutzutage von Westeuropa verfolgt wird, ist mit Abstand der gefährlichste. Erstens werden die Immigranten ausnahmslos als Ausländer, als Fremde angesehen. Tatsache ist jedoch, dass die Mehrzahl der Immıgranten schon jetzt Staatsbürger ihrer Gastländer sind. Die zweite und dritte Generation wurde bereits in den entsprechenden Ländern geboren und haben kein Land, in das sie zurückkehren können. Nichtsdestotrotz bezeichnet die westliche Literatur sie weiterhin als Ausländer. Die Probleme also, die sie miteinherbringen oder angeblich miteinherbringen, werden immer noch als Ausländerprobleme betrachtet. In dieser Situation war das oberste Ziel, die Werte der Immigranten aufzulösen und durch neue einheimische Werte zu ersetzen. Schlimmer, auch die zweite und dritte Generation werden mit den gleichen Ansprüchen konfrontiert. Selbst solche, die nun schon seit Generationen über die Staatsbürgerschaft des Gastlandes verfügen, werden als Fremde abschätzig betrachtet. Dadurch können diese das Gastland niemals als wirkliches Heimatland annehmen und bekräftigen sich selbst in dem Gefühl, dass es noch ein anderes wahres Heimatland gibt. Dieser Anpassungsnspruch der westlichen Staaten an die Immigrantenfamilien lässt es nicht zu, dass muslimische Bürger sich im Gastland heimisch fühlen können. Obwohl sie also volle Bürger sind, fühlen sie sich dem Land gegenüber nicht als solche verbunden.


 


Können die Länder keine stabile Verbindung zu den muslimischen Mitbürgern aufbauen, treten radikale Gruppen an ihre Stelle und versuchen, die Einsamkeit der Diaspora-Mulsime für ihre Interessen auszunutzen. Inadäquate Imame, muslimische Führer in Form eines Vorbeters, spielen in diesem Geschehen eine entscheidende Rolle. ‘Verlorene Seelen’ der Diaspora-Mulsime suchen einen Weg, dem Staat und der ‘ungerechten Welt’ entgegenzutrotzen. Sie suchen etwas, dass sie in ihrer Identität unterstützt. Und sie suchen nach einem Weg, ihre Wurzeln wiederzufinden. Die oft unangemessenen radikalen Ansichten vertretenden Imame scheinen ihnen all die Antworten auf diese Fragen zu geben. Sie erzählen ihnen, sie seien ein Teil einer größeren Nation – des Islams. Zu Imamen benannte Radikale erinnern sie daran, welche großartigen Siege und Errungenschaften über den Westen die Geschichte des Islams geprägt haben. Sie sagen voraus, dass ‘die Zeit der ungerechten Herrschaft durch den Westen vorüber gehen werde, und dass es jungen Mulsime sein werden, die Teil dieses Sieges sein werden’. Somit haben die jungen Anhänger der Diaspora-Muslime wieder einen Sinn, sich in ihrer Identität zu stärken  Familien stehen meist nicht hinter dieser Entwicklung und daher sehen die Jungen ihre einzige Unterstützung in den Imamen und ihren Freunden aus diesen Zirkeln. Oft besuchen Vater und Sohn unterschiedliche Moscheen und suchen unterschiedliche Imame auf. Der Vater verliert den Einfluss auf seinen Sohn. Der Graben zwischen ihnen vergrößert sich und sie kommen an den Punkt, da der Sohn seine eigene Familie der Ignoranz ihres sklavenhaften Dasein gegenüber dem Westen vorwirft. Die hohe Anzahlt an Analphabeten unter den Immigranten der ersten Generation erschwert die Kommunikation zwischen den Generationen um ein weiteres. Der Sohn ist den Einflüssen des Radikalismus allein gegenüber ausgesetzt, vom Staat und ohne Familie hilflos zurückgelassen. Zusätzlich verstärken die politischen Kurse der Gastländer in Bezug auf Palästina, Irak oder Afghanistan und anti-islamische Ansichte und Provokationen konservativer Politiker gegenüber muslimischen Minderheiten die Wut der Jugendlichen. Nach und nach nimmt der junge Mann die anti-islamischen Tendenzen in der Gesellschaft seines Gastlandes immer stärker wahr. Die Cartoon-Krise in Dänemark beispielsweise hat größtenteils die jugendlichen Mulime in Westeuropa in Aufruhr gebracht. Jede Form von weiterer Polarisierung zwischen dem Islam und dem Westen lässt sie hoffnungsloser und dadurch radikaler in ihrem Denken werden. Sie denken, dass es abgesehen vom gewaltsamen Weg keinen weiteren gibt, der den Westen vom Islam überzeugen kann. Sie wissen sich der ‘ungerechten Politik des Westens’ gegenüber nicht zu helfen und der so verzweifelt gesuchte Weg scheint ihnen von den radikalen Vorbetern genannt zu werden.


 


Der Bedarf nach kultureller Zusammenarbeit mit dem Herkunftsland


 


Der gesündeste Weg, diese ungewollten Entwicklungen abzuhalten, ist die Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern der Muslime.


 


Zuallererst sollte die Methode des Kampfes gegen Extremismus und Gewaltbereitschaft unter den eingewanderten Muslimen auf Freiwilligekit basieren, und die Strategie sollte die Beteiligung beider Seiten, die der Gast- und der Heimatländer, beinhalten. Das wichtigste ist, dass die Muttersprache nicht als Integrationsproblem im Gastland angesehen wird. Die zweite (neue) Sprache muss durch das Angebot einiger Vorteile geschehen und nicht durch Zwang. Dadurch wird möglicher Widerstand schon von vornherein abgebaut. Familienprojekte könnten ebenfalls hilfreich für die muslimischen Jugendlichen sein. Das Mutterland könnte einen wichtigen Beitrag bei der Zusammenarbeit mit den Familien leisten. Viele der Familien stehen dem Problem des Extremismus unter ihren Kindern hilflos gegenüber und benötigen Hilfe von außen, wissen jedoch oftmals nicht wie sie die erhalten können. Wir denken, dass Familien bereit sind, jedwede Hilfe anzunehmen und mitzuhelfen, wenn es um den extremistischen Einfluss geht, dem ihre Kinder ausgesetzt sind.


 


Die Moscheen in westlichen Ländern sind oft ohne starke Führung, die leicht von unqualifizierten Vorpredigern an sich genommen wird. Die wetslichen Regierungen sollten mit den entsprechenden Institutionen im Ausland zusammenarbeiten, und gemeinsame Projekte mit den religiösen Vereinigungen entwickeln. Hier sprechen wir wieder ein besonders wichtiges Problem an. Besonders in Deutschland wurde das Interesse der Türkei an der Türkischen Gmeinde in Deutschland als Eingriff in die Souveränität des deutschen Staates empfunden. Während sie in der Vergangenheit alle Deutsch-Türken als ‘Muslime Deutschlands’ bezeichneten, änderte dies sich nach dem 11. September und fortan vermieden sie oft die Bezeichnung als ‘Muslime’. Wie auch immer, die Beziehung zu der Türkei zu Themen, die die Immigranten und türkische Muslime betreffen, verlaufen noch immer in sehr geringem Maße. Im Fall England wurden die muslimischen Gebetshäuser den unwissenden Imamen überlassen, die im Namen des Multikulturalismus predigen. Großbritannien hat es mit Hilfe von Pakistan und der Türkei geschafft, die muslischen Einrichtungen im Land zu standardisieren.


 


Kurz gesagt, der Westen sieht die Muslime in ihren Ländern nicht als eingegliederten Teil ihrer Gesellschaft an sondern eher als ein Fremdkörper. Nach dem 11. September 2001 hat sich diese Betractungsweise auf noch fremdenfeindlichere Weise verschärft. Anstatt sich zu verbessern, haben die Beziehungen noch zerrüttertere Formen angenommen. Die meisten der westeuropäischen Politiker aus Deutschland, Frankreich, Enland, etc. setzen auf  eine verstärkte Integration, meinen an dieser Stelle jedoch eher Assimilation denn Integration, welche unter den muslimischen Minderheiten auf massive Abwehrreaktionen stoßen. Auferlegte, forcierte Integration kann lediglich die alte Kulture zerstören oder außerordentlich beschädigen, eine neue Kultur als Ersatz scahfft sie jedoch nicht. Daraus reultiert, dass sich ein Typ Einwanderer entwickelt, der weder wirklich deutsch noch türkisch ist. Genauer bedeutet es, dass die alte, friedvolle Identität fragmentiert bzw. aufgelöst wird und die einzelne Person, die nun ohne Identität zurückbleibt, sich politischen und moralischen Risiken öffnet. Wenn diese Person nun zusätzlich noch mit Arbeitslosigkeit und/oder weiteren wirtschaftlichen, strafgesetzlichen oder politischen Problemen belastet ist, ist der Schritt in ein normales Leben überaus schwierig und er kann zu einer gefährlichen Person für seine Umwelt werden.


 


Im Laufe dieser Entwicklung ist das schlimmste, was zusätzlich noch passieren kann, der Bruch mit der Familie. Denn es ist die Familie, die dem Prozess einer forcierten, auferlegten Integrations meist zuerst zum Opfer fällt. Da es den Eltern meist überaus schwieriger fällt, von ihren alten kulturellen Bindungen loszulasse, entwickelt sich zwischen ihnen und ihren Kinder eine künstliche Distanz. Besonders die Jugendlichen orientieren sich an ihren Altersgenossen und weigern sich mehr und mehr ihre Muttersprache auch im Häuslichen und Familiären zu gebrauchen; der Graben zwischen ihnen und ihren Eltern vergrößert sich. Daraus ergibt sich, dass die Jungen der zweiten und dritten Generation weder von der Kultur ihrer Eltern zähren noch von der neuer Gesellschaft in Europa. Für die Eltern ist es schier unmöglich, die Probleme ihrer Kinder, die sich in einem ganz neuen Umfeld bewegen, zu lösen und auch der neue Staat versorgt die Einwanderer nicht mit entsprechender Unterstützung. Folglich sind ihre Kinder den Gegebenheiten des neuen Umfeldes ausgeliefert ohne die Unterstützung einer starken Identität, der Familie, der Gesellschaft oder des Staates.


 


Es sollte nie vergessen werden, dass der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration das Prinzip der Freiwilligkeit ist. Um diesen Prozess zu beschleunigen, muss die Regierung  überzeugenderere Wege finden, diese Freiwilligkeit zur Integration zu erhöhen. Wenn man zwei Generationen innerhalb einer gewinnen möcht, kann es passieren, dass der Prozess trotz kräftiger Anziehung aufgehoben wird oder gar invertiert. Jeglicher Eingriff, Identitäten zu konvertieren, ,ist häufig auf schlimmste Weise gescheitert. Obwohl der Grad sich gewandelt haben mag, sirhy sowohl eine Gesellschaft als auch der Einzelne jede Form von Eingriff als Angiff auf ihre Bzw. seine Identität an. Das ist der Grund, warum wir nachdrücklich so viel Wert auf das Prinzip der Freiwilligkeit legen. Ein Mensch sollte sich innerlich entwickeln und nur diese Entwicklung besteht langfristig.


 


Zum Abschluss ist noch einmal zu sagen, um die Immigranten im Westen vor Gewaltbereitschaft und Terrorismus zu schützen bzw. zu bewahren, müssen die betroffenden Länder die Bezeichnung der Einwanderer, die sehr wohl über die Staatsbürgerschaft verfügen und somit Mitbürger sind, als Ausländer einstellen. Die Problematik wird vorübergehen, wenn die Regierungen in London, Berlin udn Paris beginnen, keine Unterschiede mehr zwischen Pakistani, Indern und weißen Angelsachsen zu machen, ihre türkische Bevölkerung als volle Mitbürger anzusehen und Nordafrikaner als wahre Staatsangehörige zu akzeptieren.


 


Übersetzt vom Englischen ins Deutsche von Sarah Rehberg



1.1.2008

 LAST ARTICLES

Remembering The Orly Attack
Maxime Gauin

The Misuse Of "memoirs Of Count Bernstorff" In Armenian Nationalist Publications
Maxime Gauin

An International Law Analysis Of The Flotilla Crisis Between Turkey And Israel
Ceren MUTUS

Future Of Turkish-israeli Relations: What Next?
Ozdem SANBERK

Britains Great War On Turkey: An Irish Perspective
Dr. Pat Walsh

Constitutional Challenges Ahead The Eu Accession: Analysis Of The Croatian And Turkish Constitutional Provisions That Require Harmonization With The Acquis Communautaire
Ersin ERKAN - Antonija PETRIČUIĆ

The War On Terror Or The War On Civil Liberties: The State, Society And The Civil Liberties Since 2001
Ahmet OZTURK

The Quest For Rejuvenated Legitimacy: The Rise And Protracted Demise Of The Imf As A Global Actor
Sadık UNAY

The European Union As A Foreign Policy Actor In The Neighborhood? A Coherent European Neighborhood Policy In The Eastern Europe And South Caucasus
Hristofor HRISOSKULOV

Globalization And New Medievalism: A Reconsideration Of The Concept Of Sovereignty
Lacin İdil OZTIĞ

Understanding The New Turkish Foreign Policy: Changes Within Continuity Is Turkey Departing From The West?
Mesut OZCAN-Ali Resul USUL

Turkish Foreign Policy (1971-1980): Ideologies Vs. Realities
Sedat LACİNER

The Utility And Limits Of International Human Rights Law And International Humanitarian Laws Parallel Applicability
Konstantinos MASTORODIMOS

Assessing The Icty Jurisprudence In Defining The Elements Of The Crime Of Genocide: The Need For A Plan
Stylianos MALLIARIS

Kirkuk- Haifa Pipeline
İdris DEMİR

   TURKEY
   EUROPE
   MIDDLE EAST
   CAUCASUS
   CENTRAL ASIA
   RUSSIA
   AMERICAS
   ASIA
   AFRICA
   WORLD
   ECONOMY
   ENERGY
   INTERVIEWS
Identiät und Terror in der Diaspora-Muslime in Westeuropa Identiät und Terror in der Diaspora-Muslime in Westeuropa Identiät und Terror in der Diaspora-Muslime in Westeuropa Identiät und Terror in der Diaspora-Muslime in Westeuropa 
Journal of Turkish Weekly (JTW)
USAK House,
Ayten Sok. No:21
Mebusevleri, Tandogan, Ankara, Turkey